Naturschutz und Heimatpflege Porta e.V. (NHP)

Markenteilung

Einen weiteren tief greifenden Einschnitt in die landwirtschaftlichen Besitz- und Nutzungsverhältnisse brachte die Gemeinheitsteilungsordnung des Jahres 1821. Grund für den Erlass war die Tatsache, dass vom 15. Jh. an die gemeine Mark, d.h. der gemeinsame Besitz aller Dorfbewohner an Wald, Wiesen, Bruchland und Gewässern, durch zunehmende Besiedelung immer kleiner wurde. Die Neusiedler wurden „Markkötter" genannt. Sie waren auf die Inanspruchnahme von Gemeinheitsflächen angewiesen, da sie - anders als „Erbkötter" - über keinen eigenen Stammhof verfügten.
Die Markkötter hatten den Vorteil, dass sie für die kultivierten Flächen zunächst nicht zehntpflichtig waren. Sie hatten lediglich geringere Abgaben in Form von Zuschlags- und Rodegeld zu zahlen. Jede Rodung ging zu Lasten der alten Markberechtigten, die versuchten, die Kahlschläge möglichst einzugrenzen. Die geringe Existenzgrundlage zwang die Markkötter zum handwerklichen Nebenerwerb und zur Intensivierung ihres Gemüseanbaus und ihrer Viehhaltung. Der Boden verarmte durch die intensive Nutzung zunehmend, die Erträge verminderten sich. Die zunehmende Unzufriedenheit, insbesondere der Altbauern, machte die Markenteilung unumgänglich. Im Verwaltungsbezirk Hausberge gab es die Veltheimer Mark, die Lohfelder Mark, die Holzhauser Mark, die Buhner Mark und das Hainholz, das schon zum ursprünglichen Flecken Hausberge gehörte.
Die Markenteilung machte umfangreiche Vermessungsarbeiten notwendig, neue Wege und Gräben wurden angelegt. Die Jagd- und Fischereirechte und die Schafhude waren bis dahin den Gütern vorbehalten und mussten durch Grundstücke und Geldabfindungen abgegolten werden, ebenso die Brennholzansprüche kirchlicher Einrichtungen und freier Bürger. Die schwierigen Verhandlungen mit den unterschiedlichen Interessenten zogen sich z.T. bis in die Mitte des 19. Jh. hin. Für finanzielle Abfindungen war die Größe der Hofstätten ausschlaggebend. Die Größe der zugeteilten Fläche richtete sich nach der Güte des Bodens und dem Wert des darauf stockenden Baumbestandes. Von der Privatisierung ausgenommen wurden gemeinschaftlich genutzte Bereiche wie Mergel- und Steinbrüche sowie Quellen und Tränken. Als Folge der Markenteilung nahmen die Waldflächen durch zunehmende Rodungen noch weiter ab. Die wirtschaftliche Not vieler Familie löste eine große Auswanderungswelle nach Amerika aus.
 

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