Naturschutz und Heimatpflege Porta e.V. (NHP)

Sachsen und Franken

Um 375 n. Chr. begann die Zeit der Völkerwanderungen. Gegen 500 n.Chr. drangen die Sachsen vom Norden her in unser Gebiet ein und zwangen die hier siedelnden germanischen Stämme in einen gemeinsamen Stammesverband. Um die Porta lag das Gebiet der Engern, zurückgehend auf die ursprünglichen Siedler der Angrivarier.
Die sächsischen Großfamilien und Sippen rodeten zunächst den Wald um ihre Wohnplätze, die meist am Wasser lagen. Sie waren häufig in Gruppen von fünf bis sieben Wohnstätten wabenförmig nebeneinander angeordnet. Zur Gewinnung von Ackerland wurden von den Bewohnern dieser Siedlungen gemeinsam weitere, größere Flächen gerodet.
Jeder Landbesteller bekam einen langen, oft nur wenige Meter breiten Streifen von diesem Land, den Esch. Bei der allmählichen Erweiterung der Eschflur kamen in regelmäßiger Folge weitere Landstreifen der einzelnen Bauern hinzu. In alten Katasterkarten sind diese charakteristischen Eschfluren noch gut zu erkennen. Sie verliefen quer zum Gefälle des Geländes und lagen meist auf trockenen, flachen Erhebungen in der Landschaft, wo der lehmig-feinsandige Boden gut zu bearbeiten war.
Der gemeinsame Besitz aller Dorfbewohner war die gemeine Mark, die Wald, Wiesen, Bruchland und Gewässer umfasste. Die Markgenossenschaft regelte die entsprechende Nutzung der beteiligten Anwohner. Feuchte Niederungen wurden als Wiesen und Weiden für die Viehzucht genutzt. Die Bauern trieben das Vieh in den Wald, wo es im Herbst mit Eicheln und Bucheckern gemästet wurde. Der Wald lieferte sowohl Bau- und Brennholz als auch Laub zur Einstreu im Stall. Zur Düngung wurde der Waldboden in Plaggen gestochen und auf die Eschböden aufgebracht.
In der zweiten Hälfte des 8. Jh. begannen die Sachsenkriege, in denen Karl der Große (768-814), König des karolingischen Frankenreiches, die Sachsen unterwarf und zum Christentum bekehrte. Nach über 30jährigen Auseinandersetzungen und heftigem Widerstand der Sachsen unter ihrem Führer Widukind (Wittekind) wurde ihr Siedlungsbereich nach der fränkischen Reichsteilung (843) als ostfränkisches Stammesherzogtum Sachsen in das fränkische Territorium integriert. Um die Figur Wittekinds ranken sich unzählige Sagen, so auch die über seine Bekehrung zum Christentum.
Das von den Franken eingeführte Lehnswesen brachte grundlegende Änderungen der Besitzverhältnisse mit sich. Statt Geld erhielten Ritter vom König für ihre Kriegsdienste ein Lehen in Form von Gütern und Ländereien. Diese konnten Anteile wiederum als Lehen vergeben. Die Bauern kauften sich dann von den von ihnen zu leistenden Kriegsdiensten durch eine jährliche Abgabe frei, um ihre Landbestellung weiter verrichten zu können. So gerieten sie in eine immer größer werdende Abhängigkeit von geistlichen und weltlichen Schutzherren.

 

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